Das verlassene Dorf Leopoldsreut
- Kategorie: Tradition & Brauchtum
Der Ursprung des Dorfes Leopoldsreut geht auf das Jahr 1618 zurück. Zur Sicherung seiner Grenzen gründete Fürstbischof Leopold I. von Passau im am Goldenen Steig gelegenen Gebietes des Haidelberges die nach ihm benannte Ortschaft Leopoldsreut. Die ersten Bewohner waren neun Bauernsöhne und Inleute aus den benachbarten Ortschaften.
Da aufgrund von Kriegswirren um 1620 der Säumerverkehr beinahe vollständig zum Erliegen gekommen war, waren die Einnahmen an der Mautstation der Ortschaft eher bescheiden. Haupteinnahmequelle der Bewohner waren vielmehr die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft.
Als 1818 die Waldarbeiten in den Bischofreuter Wäldern begannen und die Trift auf dem Osterbachkanal, der Wienerschwemme und der Pragertrift zunahm, wurde die Landwirtschaft zunehmend vernachlässigt. Im Jahr 1859 begann das Ende der Ortschaft durch den Wegzug von sechs Familien in das Schwarzental, wo sie von dort an als Holzhauer beschäftigt waren. 1864 verkauften schließlich vier Bauern ihre Anwesen samt Grund und Boden an die Staatsforsten und wanderten ab.
Wenngleich immer wieder Siedler zuwanderten, hielten es diese nie lange in Leopoldsreut aus. Zu beschwerlich war die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen und die über sechs Monate dauernden Winter. Auch fehlten Druckwasserleitungen und elektrisches Licht. 1955 wurde schließlich die Schule aufgelöst, da nur noch 5 Kinder übrig geblieben waren. 1962 verliesen die letzten Einwohner den Ort.
Heute sind vom "Sterbenden Dorf" nur noch die neu instandgesetzte Kirche, die ehemalige Schule und das ehemalige Forsthaus übrig. Zur Blütezeit der Ortschaft waren es immerhin 21 Bauten.
Kontakt
Tourist-Info Haidmühle
Tel.: 08556/19433
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